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Der türkische Staat und der kurdische Alevitismus   Drucken  E-mail 

Haydar Isik

Obwohl die Türkei das Kalifat abgeschafft hat, führt sie dieses Brauchtum, das nur für eine Konfession bestimmt ist, weiter. Da seit der Gründung der Republik offiziell die sunnitische HANEFI-Konfession als Staatskonfession angenommen wurde, wurden die anderen Glaubensrichtungen als schlecht betrachtet und in die Enge getrieben. Der Alevitismus und besonders der Kizilbash Alevitismus wird als Feind des Staates betrachtet und deshalb will man dem ein Ende setzen. In der Gesellschaft wird gesagt, wenn ein Alevit Moslem werden will, muss er erst 40 Jahre Christ sein, dann könnte er angenommen werden. Dr. Cemsid Bender und der Soziologe Dr. Ismail Besikci sehen den Alevitismus nicht als Islam. Nach Beobachtungen von Dr. Peter Bumke in Dersim erklärt dieser, dass die Dersimer Kizilbash Kurden einen Glauben haben, der ein bisschen christlich, ein bisschen jüdisch, ein bisschen Islam ist und etwas aus der Alt Religion von Zarathustra enthält.

Um den kurdischen Alevitismus zu verstehen, sollte man einen Blick auf die geographische Lage der Kurden werfen. Man sagt, wo die Berge aufhören, hört auch die Heimat der Kurden auf. Die Berge sind nicht nur Geburtsort der Kurden, sondern dort entstehen auch Märchen und Heilige. Zum Beispiel sind sie  der Ort von Bozatli Hizir (ein alter Mann mit Namen Hizir, der ein graues Pferd reitet), der die Menschen rettet, die in Gefahr geraten waren. Deshalb werden die Berge als heilig gesehen. Die Berge bilden von dem Tor der Völkerwanderung im Norden bis zum Zagrosgebirge in den Süden, vom Tor der Meder bis zum Taurus Gebirge eine Mauer, die die Kurden schützt. Die Arche Noah, die die Menschheit und Tiere gerettet hatte, landete am Ararat oder dem Berg Cudi. Die Berge sind hier wunderschön und die Täler fruchtbar. Deshalb versuchten viele Völker in der Geschichte in diese Gebirgslandschaft einzudringen. In dem Leben der Kurden spielen die Berge Ararat, Cudi, Zagros, Munzur und Duzgin in Dersim heilige Rollen.

 

Die Munzur Sage, in der der heilige Munzur nach 40 Schritten verschwunden war, und bei jedem Schritt das Wasser weiß wie Milch empor sprang, und dadurch den Beginn des oberen Euphrat bildet, wird als heilig angesehen. Auch die Berge, auf denen Seyid Riza und seine tapferen Enkelkinder gelaufen waren, werden verherrlicht, weil diese sie gegen die Eindringliche geschützt haben. Die Osmanen haben mehr als hundertfach ihr Hohe Pforte hin geschickt, aber sie konnten keinen Sieg erringen. Die Mongolen haben im 12. und 13. JH die Armenier, die in der Ebenen lebten ausgerottet, aber sie konnten die Kurden in den Bergen nicht erreichen. Deshalb nehmen die Berge im Glaubensleben der Kurden einen großen Platz ein.

 

Die Berge heilen die Kranken, sie geben den Hoffnungslosen Hoffnung, sie verwirklichen Wünsche. Sie geben Frauen Kinder, die sie sich wünschen. Weit reisen sie hin um für ihren Wunsch zu beten. Ich glaube diese Art des Glaubens kann nur auf den kurdischen Alt- Glauben von Zarathustra zurückzuführen sein. In Dersim gibt es einen Berg mit Namen Duzgin, der ca. 3000 Meter hoch ist. Er ist wie das Mekka der Kurden. Von überall her reisen die Kurden dorthin, sie ziehen am Fuße des Berges ihre Schuhe aus und gehen betend bis zum Gipfel. Dort opfern sie ein Tier und verteilen das Fleisch an die anwesenden Menschen. Dort sind die Menschen gleich. Dort beten sie zu ihren  heiligen Bergen, Kures, Sulvis, Bagir, Jel, Karsiniye. Diese Berge sind verwandt wie die Kurden. Kures ist der Vater von Duzgin, Jel ist seine Schwester.

 

Die Kurden nehmen vom Gipfel des Berges kleine Steine mit nach Hause. Sie legen sie in einen Lederbeutel und hängen diese an der Wand auf, als ob sie die Berge nach Hause gebracht hätten. Am Donnerstagabend zünden sie Kerzen an und beten.

Wenn man vom Tal aufsteigt und zu einer Enge kommt, von wo aus man den heiligen Berg sehen kann, trifft man auf eine Steinhaufen. Der Reisende legt einen Stein hin und betet zum heiligen Berg, den er von dort aus sieht. Bei diesem Gebet wünschen die Kurden erst der Menschheit Glück und dann für sich und ihre Kinder Gesundheit. Hier sieht man rote, gelbe, und grüne Fäden, oder Stoffe mit den kurdischen Farben. Jeder Berg hat seine Legenden.

 

Nun beobachte ich, dass in den letzten Jahren manche staatstreue Kreise diesen kurdischen Alevitismus leugnen, und was vorhanden ist, wird alles dem türkischen Glauben zugeschrieben. Wir wissen genau, dass türkische Aleviten diese Rituale nicht haben. Deshalb ist es falsch, diesen Kizilbasch-Alevitismus dem türkischen Glauben zuzuordnen. Obwohl die Kurden ab dem 7.JH von Arabisch-Islamischen Invasionen gewaltsam zum Islam bekehrt worden waren, haben die Kurden ihre Alt Religion des Zarathustra beibehalten. Aber auf Druck von Moslems und aus Angst vor den Osmanen haben sie manche islamische Elemente aufgenommen. Die Verehrung von Imam Ali und seinen 12 Nachfolgern wurde aus Angst in ihr Gebetsritual integriert. Aber die Kurden verherrlichen trotzdem im Vordergrund ihre Heiligen Berge und den alten Hizir. Deshalb kann man sagen, dass der alevitische Glaube ein mesopotamischer Glaube ist.

 

Jeder, der ein bisschen Kenntnis hat, kann bestätigen, dass dieser Bergkult nur bei den Kurden zu beobachten ist. Die Nachbarvölker haben keinen Bergkult. Dieser bergkultische Glaube ist bei den Kurden tief verwurzelt. Die Kizilbash Kurden beten zur Sonne bei ihren ersten Strahlen. Sie küssen die Äste und Steine, die in der Morgensonne frisch gefallen sind, und beten dabei zu den Bergen. Auch der Mond wird als heilig betrachtet. Bei dem Gottesdienst, der in einem Privathaus durchgeführt, und CEM genannt wird, beten die Dörfler zuerst zu ihren Heiligen Bergen.

 

Weil die Kizilbasch Kurden nicht in die Glaubensschablone der Osmanen  passten, wurden sie als ketzerisch und zum Feind des Islam erklärt. Deshalb wurden sie auf islamischem Boden vogelfrei gegeben. Sultan Selim I. hat 40.000 Kizilbasch-Kurden massakriert. Sultan Abdulhamid hat von 36 kurdischen Stämmen sunnitische Kurden rekrutiert um sie gegen die Armenier aufzubringen. Nach dem Völkermord an den Armeniern wollte man sie gegen die Kizilbasch-Kurden einsetzen.

 

Die Dersim Kurden haben ihre Nachbarn die Armenier, während des Völkermordes  geschützt und sie dem türkischen Staat nicht ausgeliefert. Die Kemalisten haben dies als feindseligen Akt gegen den Staat gesehen und deshalb führten sie in den Jahren 1937/38  einen Krieg gegen die Dersim Kurden, in dem Zehntausende massakriert und Zehntausende nach Westen deportiert wurden.

 

Bevor Kemal Atatürk die sog. Befreiungsbewegung begann, sicherte er sich die Hilfe von  Bektaschi und den Aleviten. Aber als die Republik-Gründer sich gefestigt fühlten, leugneten sie die Kurden und Aleviten. Ab da wurde die Republik diktatorisch und zum Feind der Kulturen. Offiziell erklärte man, dass die Republik aus „einem Volk, einer Nation, einer Sprache, einem Staat, und einer Religion und zwar nur der Hanefi-Konfession“ bestehe. Im Jahr 1926 gab Atatürk Befehl, dass die Auslegung des Koran nur zu diesem „Eins“ passend erstellt wird. Mit der Gründung der Republik hat der türkische Staat die Aleviten und Kurden verboten. Da diese Elemente als potentielle Gefahr gesehen wurden, wurden sie unter staatliche Repressionen gesetzt.

 

Der Staat wollte von Beginn an die Kurden zu Türken und die Aleviten  zur Hanefi-Konfession assimilieren. Um ein Nationalstaat zu werden, hat die Türkei die anatolische Vielfalt mit barbarischen Methoden geändert. Der Staat hat durch die Hanefi-Konfession die Menschen in den Moscheen und Schulen als Sklaven des Staates beeinflusst und die Unterwerfung der Individuen verlangt und das Militär verherrlicht. Obwohl die christliche Bevölkerung in der Türkei am Anfang des letzten JHs etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachte, sind sie heute nur ein paar Zehntausend. Nach der Ausrottung der Christen hat der Staat sich auf die gewaltsame Assimilation der Kurden und Aleviten konzentriert. Somit wurden alle staatlichen Institutionen zur Verfügung gestellt, um eine erfolgreiche Assimilation durchzuführen. 

 

Weil der Alevitismus unter staatliches Verbot gestellt wurde, verleugneten sich die Menschen lange Jahre. Ich erinnere mich genau, als ich im Jahr 1944 in die Schule ging, sagte unser Lehrer, dass wir Türken und Moslem seien und unsere Konfession Hanefi sei. Andereseits erzählten unsere Lehrer, dass die Dersim-Leute wahre Türken seien. Der Staat hat unsere kleinen Köpfe massiv  manipuliert. Als der Lehrer fragte, wer wir seien, gaben wir als Antwort: Ich bin Türke, ich bin Moslem und Hanefi.

Die Türkei hat in der Zeit, in der nur eine nationalistische Partei herrschte, in den Gebieten der Aleviten Moscheen gebaut und staatlich bezahlte Imame geschickt. Da die Menschen vom Gebet des Imam nichts verstanden, sagten sie unter sich, „Warum schreit dieser Esel?“

 

Da die Kurden ihre ethnische Identität vor dem Glauben sahen, haben sie sich mit diesem türkischen Nationalismus nicht abgefunden, und gegen diese staatliche Ideologie opponiert. Daraufhin hat die Türkei im Jahr 1920 in Kocgiri und 1937/38 in Dersim Zehntausende Kizilbasch Kurden massakriert. Die Mehrheit der Kurden sind Schafiiten. Die Türkei hat im Jahr 1925 und 1930 unter der Schafii Kurden ein Massaker verübt, weil diese ihre Grundrechte einforderten.

 

Ich erinnere mich daran, dass wir beim Aleviten Gottesdienst, der CEM genannt wird, an strategischen Punkten Beobachter auf stellen mussten, um von einem eventuellen Überfall der Soldaten rechtzeitig zu erfahren und auseinander gehen zu können. In meiner Ortschaft wurden die Toten  nach alevitischem Brauchtum beerdigt. Aber das religiöse Buch war verboten und man musste es verstecken.

 

Die Aleviten lassen alle Lebewesen weiter leben. Sie haben großen Respekt von der Natur, Mensch und Tier. Kizilbasch Kurden geben auch den alten mächtigen und großen Bäumen  Ehre und binden an deren Äste Fäden oder Stoffe, in den kurdischen Farben.

 

In der Zeit der Staatspartei der Republik CHP wurde der Alevitismus viel mehr herab gewürdigt und viel repressiver behandelt als im Osmanischen Reich.

 

Resümee: Der Alevitismus ist gewaltlos und zeigt Respekt vor allen Lebewesen. Die Aleviten haben keinen CIHAD und leben weltlich und westlich. Dass dieser Glaube in der Türkei nicht anerkannt ist, zeigt das Defizit der Demokratie. Deshalb muss die Türkei schnellst möglich ihre Verfassung ändern und den Alevitismus und die Grundrechte der Kurden verfassungsmäßig anerkennen. Man soll die Europäische Union auffordern, die Türkei dazu zu bewegen.







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