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ASSIMILATION IST VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT   Drucken  E-mail 
15.Februar 2008Haydar Isik

Diese Worte stammen von dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Und ich sage, dass er damit vollkommen Recht hat. Nun, wenn er sich in seinem Land im Sinne der obigen Wörter verhalten würde, würden sicherlich alle Kurden applaudieren. Aber dieser Mann sagt in Köln dieses, in Diyarbakir das Gegenteil. Als ihm der Vorsitzende der Anwaltskammer in Diyarbakir bei einem Treffen in diesem Jahr einen Vorschlag machte und sinngemäß sagte : Herr Ministerpräsident, um die Lage der Kurden zu beruhigen, führen Sie Kurdischunterricht in den staatlichen Schulen ein, regte er sich auf und antwortete sinngemäß: Dem Ledigen fällt die Scheidung leichter. Wenn wir den Kurden das Recht auf Muttersprache geben, dann werden die Larsen und Tscherkessen dies auch fordern. In Köln sagte er:“Selbstverständlich werden unsere Kinder Türkisch lernen. Das ist Ihre Muttersprache und es ist Ihr natürliches Recht, Ihre Muttersprache ihren Kindern weiterzugeben.“ Der türkische Ministerpräsident gibt dieses Recht, das er für Türken gut findet, den Kurden nicht. Wo bleibt die Menschlichkeit? Die kurdischen Kinder stehen jeden Tag zu Beginn des Unterrichts stramm und schwören einen Eid: „Ich bin Türke, Ich bin glücklich Türke sein zu dürfen....“ Die Kinder der Kurden werden tag täglich von diesen Assimilationsfabriken zu Türken erzogen und ihrem Volk entfremdet. Dies findet die Türkei und der Ministerpräsident Erdogan nicht als „Verbrechen“. Seine Ideologie lautet: „Türkei den Türken!“ Die 15-20 Millionen Kurden sind in der Türkei überflüssig. Sie werden entweder Türken, oder man bekämpft sie militärisch oder man assimiliert sie. Tatsächlich stehen heute die Kurden sowohl unter einem Genocide als auch unter einem Etnocide.

Wo bleibt die Menschlichkeit?

Erdogan lässt in seinem Land zehn vollkommen geschändete Guerilleros liegen. Er sendet daraufhin deshalb eine Grußbotschaft zu seinen Generalstabchef, um ihm wegen des Tötung dieser Guerilleros zu gratulieren, in der gleichen Woche kommt er nach Ludwigshafen und sagt dort: Die Türken werden aus der Achtung vor dem Schöpfer den Lebenden nichts schlechtes tun. Erdogan gab der libanesischen Zeitschrift Havadis ein Interview und sagte: „Wenn die Kurden in Argentinien einen Staat gründen würden, würden wir auch dort gegen sie kämpfen.“ Dieser Mann ist so besessen, dass er alle Kurden am besten in einem Glas Wasser ertränken möchte. In Diyarbakir sagte er: Das Kurdenproblem ist mein Problem. Der Staat wird es lösen. Ein paar Wochen später sagte er: Die Türkei stellt mit seinem Volk, mit seiner Fahne und Sprache eine Einheit dar. Damit wird die Sprache und Kultur der Kurden in absoluter Weise geleugnet. Später gab er wegen Unruhen in Diyarbakir folgenden Befehl: Frauen und Kinder nicht schonen, wenn sie gegen den Staat demonstrieren. Daraufhin wurden zahlreiche Kinder in Diyarbakir ermordet. Der Bürgermeister O. Baydemir von Diyarbakir wird vor Gericht gestellt, weil er die Neujahrskarten in Kurdisch und mit den verbotenen Buchstaben „X-W-Q“ schrieb. Zur Zeit steht ein Kinderchor aus Diyabakir vor Gericht, weil er im Jahr 2007 in San Franzisko kurdische Lieder interpretiert hat.

Wo bleibt die Menschlichkeit?

Erdogan ist ein Imam. Er predigt Wasser, trinkt Wein. Seine Religion erlaubt ihm sich da und dort anders zu zeigen und anders zu sprechen. Dies nennt man Takiyye. Ich gestehe ehrlich, dass dieser Mann ein Champion der Takiyye ist. Solange ich ihn kenne zeigt er zwei Gesichter. Er lud den Hamasführer nach Ankara ein, gab eine Erklärung ab, dass Israel mit Staatsterror gegen die Palästinenser vorgehe, dann empfängt er die israelischen Politiker, von denen er die präzise Waffen kaufen möchte, um sie gegen Kurden zum Einsatz zu bringen.

Als man in Ludwigshafen noch nicht wußte, wie die Brandkatastrophe stattfand, tat Erdogan so, als ob die deutsche Regierung türkische Immigranten den Nazis ausgeliefert und sie nicht geschützt habe. In der Stadt Sivas im Jahre 1993 haben seine Anhänger 35 kurdisch-alevitische Intellektuelle als Gottlose beschimpft und im Hotel Madimak verbrannt.In der ganzen Türkei wurde live und stillschweigend zugeschaut wie dieses Hotel vom Militär umkreist war, und wie seine gleichgesinnten religiösen Fanatiker, die heute seine Partei -AKP- Anhänger sind, ihre Tat zum Ende führten. Seitdem fordern die Aleviten und Kurden, dass das Tatorthotel Madimak zum Gedenken der 35 Getöteten zum Museum gemacht wird. Aber es ist bis jetzt nicht geschehen. Im Gegenzug hat der deutsche Staat das Haus des Verbrechens in Solingen, in dem 5 Türken verbrannt worden waren, zum Mahnmal gemacht. Die Menschlichkeit ist für Türken und für Erdogan nur eine Worthülse. Solange in der Türkei Assimilation und staatlich völkermordartige Repressionen über den Kurden herrschen, verurteilen wir das türkische Regime als rassistisch und faschistisch. Außerdem werden im Lande Erdogans die Armenier und Christen barbarisch umgebracht. Die historischen Kirchen und Kulturgüter der Armenier und Assyrer dürfen nicht renoviert werden. Ob Erdogan daran denkt, dass es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, einem Volk seine Sprache, Kultur und Identität wegzunehmen?

Wo bleibt die Menschlichkeit?

Erdogan jammert in Europa hinter verschlossenen Türen, dass das Militär ein Hindernis für Veränderungen in der Türkei sei. Aber er läßt dem Militär freie Hand, gegen Kurden vorzugehen. Er arbeitet sowohl mit den Generälen als auch mit sogenannten zivilen Faschisten sehr harmonisch zusammen.

Was ich dabei nicht verstehe, ist die Haltung der deutschen Politiker. Sie haben sich meist trotz seiner unqualifizierenden Sprache wie eine schuldige Katze verhalten. Fast kein Politiker und Journalist hat ihn beim Wort genommen um zu fragen, wie es den Kurden in seinem Land gehe! Nein, sie haben nicht gefragt. Sie haben Angst, einen Partner, an dem man wirtschaftlich gut verdient, zu verlieren. Die Menschlichkeit ist auch in diesem Land eine Worthülse. Als Erdogan in Ludwigshafen polterte, war die Hannoveranische Polizei bei Kurden auf Razzia.

Kurden sind jetzt zu schwach, um sich zu wehren. Aber man sagt bei uns Kurden:“ Nichts ist so schwach wie ein Grashalm, dennoch bleibt er nicht unter einem Stein.“ Eines Tages werden die Kurden auch einen Platz unter der Sonne der Menschheit finden.






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